NACHHALTIGE TEXTILLABELS IM ÜBERBLICK
zurück
Nachhaltigkeit:

NACHHALTIGE TEXTILLABELS IM ÜBERBLICK

Diesen Beitrag teilen:
Katrin
Katrin
8 min
NACHHALTIGE TEXTILLABELS IM ÜBERBLICK

Bio-Baumwolle, faire Löhne, recycelte Fasern: Immer mehr Menschen wollen wissen, wo und wie ihre Kleidung hergestellt wird. Hinter der Frage «Who made my clothes?» steht der Wunsch, beim Einkauf Verantwortung zu übernehmen. Doch die vielen Labels und Siegel sorgen schnell für Verwirrung. Was steckt wirklich hinter GOTS, Fairtrade oder dem Global Recycled Standard? Und welches Siegel garantiert was? Wir geben Dir einen kompakten Überblick über die wichtigsten Nachhaltigkeitslabels der Textilbranche und zeigen Dir, woran Du nachhaltige Jeans erkennst.


Nachhaltigkeitslabels auf einen Blick

Nicht jedes Siegel prüft dasselbe. Manche stehen für ökologische Rohstoffe, andere für faire Arbeitsbedingungen oder für schadstoffgeprüfte Textilien. Diese Übersicht hilft Dir bei der Einordnung:

Worauf die Labels achten

  • GOTS: Bio-Naturfasern plus ökologische und soziale Kriterien entlang der ganzen Lieferkette
  • OEKO-TEX: geprüft auf Schadstoffe (STANDARD 100), bei MADE IN GREEN zusätzlich nachhaltige Produktion
  • Fairtrade / Max Havelaar: faire Bedingungen für Baumwollbauern
  • Fair Wear: faire Arbeitsbedingungen in den Nähfabriken
  • BCI (Better Cotton): nachhaltigerer Anbau konventioneller Baumwolle
  • GRS: geprüfter Anteil an recycelten Materialien
  • PETA-Approved Vegan: ohne tierische Materialien

GOTS: Global Organic Textile Standard

GOTS Siegel – Global Organic Textile StandardDer Global Organic Textile Standard gehört zu den bekanntesten und strengsten Siegeln für Textilien aus Bio-Naturfasern. GOTS prüft die gesamte Produktionskette, vom Anbau der Fasern über das Spinnen, Färben und Nähen bis zum fertigen Produkt. Neben ökologischen Kriterien gelten auch soziale Mindeststandards für die Beschäftigten.

Es gibt zwei Stufen: Produkte mit dem Zusatz «hergestellt mit kbA/kbT» (made with organic) bestehen zu mindestens 70 Prozent aus biologisch erzeugten Naturfasern. Für die Kennzeichnung «kbA/kbT» bzw. «organic» sind mindestens 95 Prozent nötig.

Das bringt GOTS

  • Bio-Anbau ohne synthetische Pestizide und Dünger schützt Böden, Wasser und die Gesundheit der Bauern
  • Strenge Vorgaben für Chemikalien beim Färben und Veredeln
  • Soziale Kriterien wie sichere Arbeitsplätze und Verbot von Kinderarbeit

Abgrenzung: GOTS ist ein strenger und weltweit anerkannter Standard, der sowohl biologische als auch soziale Aspekte beinhaltet. Es gibt bereits eine grosse Auswahl an Textilien mit GOTS-Siegel, darunter T-Shirts, Pullover und Jeans.

OEKO-TEX: Schadstoffgeprüfte Textilien

OEKO-TEX ist ein internationaler Verbund unabhängiger Prüfinstitute mit Sitz in Zürich. Das bekannteste Label, der OEKO-TEX STANDARD 100, bestätigt, dass ein Textil auf Schadstoffe geprüft wurde und für die Gesundheit unbedenklich ist. Das Label MADE IN GREEN by OEKO-TEX geht weiter: Es kennzeichnet schadstoffgeprüfte Produkte, die zusätzlich in umweltfreundlichen und sozialverträglichen Betrieben hergestellt wurden. Über eine Produkt-ID kannst Du die Produktionsstufen nachverfolgen.

Abgrenzung: Der OEKO-TEX STANDARD 100 konzentriert sich auf die Schadstoffprüfung und ist kein Bio-Siegel. Wer zusätzlich Wert auf eine nachhaltige Produktion legt, achtet auf das Label MADE IN GREEN.

Fairtrade / Max Havelaar: Fair angebaute Baumwolle

Fairtrade SiegelDas Fairtrade-Siegel, in der Schweiz von Max Havelaar vergeben, kennzeichnet Produkte aus fairem Handel. In der Mode betrifft das vor allem die Rohbaumwolle. Die Bauernorganisationen erhalten einen Mindestpreis, der die Produktionskosten deckt, sowie eine zusätzliche Prämie. Darüber entscheiden sie demokratisch und investieren sie zum Beispiel in Schulen, Gesundheitsversorgung oder bessere Anbaumethoden.

Das bringt Fairtrade

  • Stabilere Einkommen für Kleinbauernfamilien
  • Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit
  • Umweltauflagen wie der Verzicht auf besonders gefährliche Pestizide und auf Gentechnik

Abgrenzung: Fairtrade fördert zwar den Anbau von Bio-Baumwolle, ist aber im Kern ein soziales Siegel. Fairtrade-Produkte tragen also nicht automatisch auch ein Bio-Label.

Fair Wear: Faire Arbeitsbedingungen in den Fabriken

Fair Wear LogoFair Wear (früher Fair Wear Foundation) setzt dort an, wo Kleidung genäht wird. Die Organisation arbeitet mit Modemarken, Gewerkschaften und NGOs zusammen, um die Arbeitsbedingungen in den Fabriken zu verbessern: existenzsichernde Löhne, angemessene Arbeitszeiten, sichere Arbeitsplätze und rechtlich verbindliche Verträge. Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Diskriminierung sind ausgeschlossen. Die Mitgliedsmarken werden regelmässig überprüft und die Ergebnisse öffentlich gemacht.

Abgrenzung: Fair Wear setzt sich für faire Sozialstandards ein und begleitet dabei die Marken als Ganzes. Das Label steht nicht für Produkte aus biologischem Anbau.

BCI: Better Cotton Initiative

Better Cotton Initiative LogoDie Better Cotton Initiative ist das weltweit grösste Nachhaltigkeitsprogramm für Baumwolle. Sie schult Baumwollbauern darin, Wasser effizienter zu nutzen, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren und die Böden zu schützen. Gleichzeitig sollen sich die Arbeitsbedingungen und das Einkommen der Bauernfamilien verbessern. Ziel ist es, den Anteil nachhaltiger angebauter Baumwolle an der weltweiten Produktion zu erhöhen.

Abgrenzung: BCI-Baumwolle ist nicht bio, wird aber nach anspruchsvolleren Kriterien produziert als konventionelle Baumwolle. BCI zertifiziert zudem nicht die Endprodukte, wie es zum Beispiel GOTS tut.

GRS: Global Recycled Standard

Werden Abfälle zu neuen Fasern verarbeitet, entstehen recycelte Materialien, etwa Polyester aus PET-Flaschen oder Baumwolle aus Jeans-Resten. Der Global Recycled Standard von Textile Exchange macht diesen Prozess überprüfbar. Er kontrolliert die ganze Lieferkette, gibt Vorgaben zum Umweltmanagement und zu Chemikalien und enthält soziale Kriterien. Zertifizierte Produkte müssen mindestens 20 Prozent recyceltes Material enthalten. Das GRS-Logo auf dem Etikett darf ab 50 Prozent recyceltem Anteil verwendet werden.

Abgrenzung: Der Begriff «recycelte Materialien» ist zunächst kein geschützter Begriff. Zertifizierer wie GRS sorgen für transparente Abläufe im Recycling-Prozess. Produkte mit dem GRS-Label sind aber nicht zwangsläufig aus biologischen Rohstoffen.

PETA-Approved Vegan: Mode ohne Tierleid

PETA-Approved Vegan LogoPETA ist eine Tierrechtsorganisation. Mit dem Label «PETA-Approved Vegan» kennzeichnet sie Mode, die ohne tierische Materialien wie Leder, Pelz, Wolle, Seide oder Daunen auskommt. Bei Jeans betrifft das zum Beispiel das Patch am Bund, das oft aus Leder ist. Mit dem Label kannst Du Dich bewusst für veganes Leder oder Jacken mit synthetischer Füllung statt Daunen entscheiden.

Abgrenzung: PETA konzentriert sich auf das Engagement für eine vegane Lebensweise und gegen Tierleid. Der Verein verfolgt damit keine biologischen, sondern ethische Ziele.

So findest Du nachhaltige Jeans bei JEANS.CH

Kein Siegel deckt alles ab. Am meisten Sicherheit hast Du, wenn ein Produkt mehrere Aspekte vereint, etwa Bio-Baumwolle nach GOTS und eine Marke, die sich für faire Arbeitsbedingungen einsetzt. Bei JEANS.CH findest Du nachhaltige Modelle gesammelt in unserer Eco-Kategorie für Damen und Herren. Auch beim Versand achten wir auf die Umwelt: Wir versenden seit 2014 klimaneutral. Weitere Beiträge rund um Mode und Umwelt findest Du in unserer Magazin-Rubrik Umwelt.

Häufige Fragen zu Nachhaltigkeitslabels

Welches Nachhaltigkeitssiegel ist für Kleidung am strengsten?

GOTS gilt als eines der strengsten Siegel, weil es Bio-Rohstoffe, Chemikalienvorgaben und soziale Kriterien entlang der ganzen Lieferkette verbindet. MADE IN GREEN by OEKO-TEX deckt ebenfalls Umwelt- und Sozialaspekte ab, setzt aber keine Bio-Fasern voraus.

Ist Fairtrade-Kleidung automatisch bio?

Nein. Fairtrade steht in erster Linie für faire Bedingungen für die Baumwollbauern. Bio-Anbau wird gefördert, ist aber keine Voraussetzung.

Woran erkenne ich nachhaltige Jeans?

Achte auf Bio-Baumwolle (z. B. GOTS), recycelte Fasern (z. B. GRS), schadstoffgeprüfte Stoffe (OEKO-TEX) und darauf, ob sich die Marke für faire Produktion einsetzt, etwa als Mitglied von Fair Wear. Eine Auswahl findest Du in unserer Eco-Kategorie.

Der Autor
Wer hinter diesem Beitrag steckt
Kaum ein Kleidungsstück ist so vielfältig und anpassungsfähig wie die Jeans. Deshalb liebe ich es auch, über das Thema zu schreiben.
Katrin Fuchs
Manager Buying Services
 
 

Das sagen unsere Kunden

Alle Bewertungen
Super schnelle Versandabwicklung und freundlicher Kundensupport.
Marianne auf Trusted Shops
Wie gewünscht so bestellt und umgehend erhalten. Ich komme wieder!
René auf Trusted Shops
Wirklich eine tolle Beratung und eine riesen Auswahl.
Eva auf Google
Sehr gute Beratung und exzellentes Einkaufserlebnis.
Thomas auf Facebook