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Die Zeit der Umstellung

Es ist wieder soweit, liebe Leser, seit dem 27. Oktober herrscht offiziell die Winterzeit. Wenn der Winter etwas Gutes hat, so ist es die Stunde mehr, die er uns schenkt. Ich freue mich jeweils wie ein Kind über diese Stunde „mehr“. Meistens lasse ich eine Uhr im Haushalt weiter auf Sommerzeit laufen, um mich dann beim Draufblicken kurz zu erschrecken, bevor ich erleichtert feststelle, dass die Uhr eine Stunde vorläuft. Ein herrliches Spiel, das ich sehr geniesse.

Umstellen ist das Stichwort, denn die Umstellung betrifft nicht nur die Zeit, sondern weitet sich auf fast alle Bereiche des Lebens aus. Im Haus werden die Gartenmöbel und bunten Lichterketten, die von vergangenen, lauschigen Sommernächten erzählen, verräumt und in den Keller verbannt. An ihre Stelle treten haufenweise Kerzen, die besinnlich auf ihren Einsatz in kuscheligen Winternächten warten. Die letzten Glacés im Eisfach werden an die Nachbarskinder verteilt und der Kühlschrank wird mit Apfelmost und deftiger Kost gefüllt, um gestärkt zu sein für die kommenden, kalten Tage. Langsam gewöhnen wir uns an die Dunkelheit, die uns frühmorgens in Empfang nimmt und uns – immer früher am Abend nach Hause begleitet.

Auch auf der Strasse wird die Zeit der Umstellung sichtbar. Es ist die Zeit der schrägen Kombinationen – am Zürcher Paradeplatz trifft man heuer schon einmal auf Pelzmantel und Ballerinas, an einem Körper versteht sich. Oder dicke Wildlederboots mit sommerlichem Blazer, Wollmütze meets Capri Hose.

Es ist auch nicht leicht, sich während der Umstellungs-Zeit angemessen zu bekleiden. „Sibirien.“, denkt man sich, wenn man frühmorgens aus dem Haus geht. Nachmittags ärgert man sich darüber, dass man die Sonnenbrille nicht eingepackt hat. Es ist die Zeit der Umstellung von Sommer- auf Winterkleider.

Wir packen unsere fröhlich farbigen Sommer Kleidchen in eine Kiste und schleppen die schwere, mit kuscheliger Wolle und Kaschmir gefüllte Winter Kiste, aus dem Keller.

Da sind sie wieder, die Strumpfhosen, der Nierenschutz, die kleinen Wärmekissen. Vermisst haben wir euch noch nicht zu sehr. In einer letzten, kleinen Hoffnung behalten wir noch zwei, drei Sommerstücke im Kleiderschrank. Und zeigen uns in ebendiesen, seltsamen Sommer-Winter Kombinationen, auf der Strasse.

Wie gut, dass wir zumindest auf die Jeans nicht verzichten müssen. Sie schafft es als eines der wenigen Kleidungsstücke, den Jahreszeiten zu trotzen. Treu wie sie ist, bleibt sie auch in der schwierigen Zeit der Umstellung an unserer Seite. Die Vielfältigkeit der Jeans, gewährt uns Beständigkeit in der Zeit des Wandels vom Sommervogel, zum Höhlenbär. Lediglich die Farben der Jeans mögen sich ändern. Aus weiss wird schwarz, aus gelb wird grau. Zumindest diese Wandlung nehme ich gerne in Kauf, denn erst die Abwechslung macht das Leben interessant.

So stellen wir uns also ein, bereiten uns vor auf die Winterzeit, die, auch wenn sie manchmal hart sein mag, trotzdem auch eine schöne Zeit ist. Es ist die Zeit von Fondue, Räbeliechtli, Glühwein, Punsch und Kuschelpullis. Es ist die Zeit der Feste, der Feierlichkeit und des Kerzenscheins. Und es ist – noch immer und wieder – die Zeit der Jeans.

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