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Gekommen um zu bleiben

Ich weiss nicht mehr genau, an welchem Tag es war, jedenfalls bin ich morgens aufgestanden – und er war weg! Es war, als ob er nie dagewesen wäre, keine Spur von ihm, dabei fühlte ich ihn noch ganz deutlich auf meiner Haut.

Es ist nicht so, dass es für sein Verschwinden zuvor keine Anzeichen gegeben hätte. Die letzten Tage, die wir zusammen verbracht hatten, bemerkte ich sein immer grösser werdendes Zögern, sein jeweils zeitiges Aufbrechen, ja er wirkte irgendwie…müde, kraftlos.

Natürlich, habe ich diese Vorboten sogleich verdrängt, und mich an meine nie endende Hoffnung geklammert. „Er bleibt, er wird nicht einfach so gehen, nein.“, dachte ich . Falsch gedacht. Er ist weg. Er ist einfach gegangen. Lässt mich hilflos und trauernd zurück. Und das tut er jedes Mal. Jedes Jahr. Und so trete ich in den Garten, wo ich ihn das letzte Mal getroffen hatte, und rufe leise: „Wo bist du – Sommer?“

Es ist nicht meine Absicht, wie es heuer in der Presse getan wird, über den Sommer, und seine mangelnden fachlichen Fähigkeiten, zu lamentieren. Doch ich will ihm eine Frage stellen:

WAS, geliebter Sommer, BLEIBT von dir?

Und da – weit entfernt, höre ich, wie er in warmen Tönen zu mir spricht. Von ihm geleitet, stehe ich vor meinem Kleiderschrank und öffne ihn. Mein Blick durchstreift den Schrank, und bleibt an meinen Jeans hängen. Sie leuchten mir farbig entgegen. Und plötzlich, sehe ich den Sommer.

Ich sehe ihn,- in meinen himmelblauen Sommer-Jeans, und bin zurück in London, stehe auf dem Leicester Square, und beobachte den unendlichen Strom flanierender Menschen, höre die Musik der Strassenmusikanten.

…Und hier, meine neue, echte Tommy Jeans – und schon sitze ich wieder, Kuchen essend und Schnaps trinkend bis zum Morgengrauen, bei meiner lieben Freundin in Deutschland. Und nicht zuletzt: Meine neue Used-Look Jeans, in der ich bei 30 Grad das märchenhafte Verzasca Tal erkundete, und die mit mir, in diesem herrlich kühlen Grottino übernachtete, und…ach..

Ich sehe meine neuen Jeans, und ich sehe den Sommer, höre seine Geschichten. Sie funktionieren als Erinnerungsträger, und bringen mich zurück an die Plätze des Sommers.

Meinen Groll über seinen überstürzten Abgang, weicht einem melancholischen Seufzen. Ich wusste ja, das es enden würde. Der hiesige Sommer, ist einfach nicht der Typ für Langzeit- Beziehungen. Statt Treue und Beständigkeit, kurze Momente des Glücks und ewige Unsicherheit.

Was mir bleibt, sind ein paar tolle, neue Jeans, und mit ihnen ein ganzer Haufen wundervoller Erinnerungen. Und die, bleiben schliesslich für immer!

P.S. Manchmal, sehe ich ihn noch in gewissen Gegenden. Zuweilen, schleicht er sich von hinten an, und gibt mir einen Kuss auf den Nacken. Dabei höre ich ihn flüstern: „Ich komme wieder…“.

 

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