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Schwarz zu Grau

Der Februar hat uns wieder, liebe Leser und wie jedes Jahr, geht er mir gewaltig auf die Nerven. Mit diesem Lückenfüller zwischen Winter und Frühling kann ich nichts, – aber auch gar nichts anfan­gen. Die Festtage sind vorbei, die Strassen und Häuser sind nicht mehr festlich mit Lichterketten geschmückt, und es ist dunkel geworden auf den Strassen Zürichs. Ich finde ja, dass man ein Gesetz einführen sollte, das jeden verpflichtet seine Weihnachtsbeleuchtung bis Ende Februar brennen zu lassen. Zugunsten allgemeiner Gemütsaufhellung. Und sei es nur ein ganz kleines Weihnachts-Sternli am Fenster. In Ägypten zum Beispiel, lassen sie die Weihnachtsbeleuchtung ja bis April ste­hen. Gut…es kann auch sein, das Mahmud vergessen hat sie abzumontieren – aber das ist eine ande­re Geschichte, wo war ich? Richtig, statt festlicher Stimmung also, haben wir jetzt einfach Dunkel­heit und Kälte, die Basis eines jeden guten Februars.

GIBT ES ETWAS DEPRIMIERENDERES UND TROSTLOSERES ALS DEN FEBRUAR, frag ich! Ja gut, den Backofen sauber schrubben vielleicht…

Die Mode, scheint sich diesem fiesen Monat perfekt anzupassen. Ein Spaziergang durch die Bahnhofstrasse, zeigt die dunkle Seite des Februars. Wie Chamäleons, passen sich die geschäftigen Züri-People dem Wetter an. Jeder, ja auch ich, zerrt seine dunkelste Kleidung aus dem Schrank – um schliesslich in einem Meer aus schwarz und grau zu verschwinden. Ein Rebell, wer Weiss, Rot oder gar Gelb trägt. Auch ich, habe meine farbigen Jeans ganz ganz weit hinten im Schrank vergra­ben. Meine Februar Jeans trägt Schwarz. Oder Grau. Und wenn ich richtig gut drauf bin, Dunkel­blau. Mehr ist nicht drin. Würkli.

Und diese Farben sind eben nicht gerade heiter, doch nichts anderes, hat der Februar verdient. Gut, der Fairness halber sei erwähnt, dass der diesjährige Februar nicht ganz so schlimm ist, wie sein grosser hässlicher Bruder 2013 damals. Mindestens geschlagene 4 Monate, hatten wir Februar im 2013! Ab und zu, legt der diesjährige Februar aprilische Verhaltensweisen an den Tag, und wechselt fröhlich von Sonne, über Regen, zu Schneeregen – alles innerhalb 15 Minuten. Die Jeans, die Gute, lässt uns in diesem trüben Monat wenigstens nicht im Stich. Dem launischen Wetter, trotzt sie pro­blemlos.

Melancholische Menschen jedenfalls, kommen im Februar voll auf ihre Kosten. Ich bin auch gern melancholisch. Dann höre ich traurige Musik, und weine ein bisschen. „Erzähl mir etwas Trauriges, Nina, ich möchte ein bisschen weinen.“ ,hab ich neulich meine Arbeitskollegin gebeten. Sie ist in Gelächter ausgebrochen, diese unsensible Person. Anyway, das ganze Zeug, die Melancholie und die grauen Jeans, mögen ja ab und zu ganz erbaulich sein – doch nun ist’s mir genug!

…Sie warten auf mich, meine farbigen Jeans, die hellbeige, die elegante weisse, oder die extrover­tierte gelbe. Sie rufen nach mir, und versprechen Frühling! Bald werde ich sie mir krallen, und dann ist’s vorbei mit der Tristesse, mit den traurigen Liedern, und den dunklen Strassen. Dann fängt der Frühling an, und die Tage werden länger und die Bahnhofstrasse farbiger! UND DANN ABER!!

So. Und jetzt werde ich mir eine Zigarette anzünden. Und danach vielleicht noch ein bisschen wei­nen.

 

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