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Die Jeans des kleinen Prinzen

Wie fast jeder Stadtzürcher lebe ich in einer mittelgrossen Siedlung am Stadtrand. Ich liebe diese Siedlung sehr. Nicht nur weil sie zentral liegt, und man bei Bedarf nach einem kurzen Spaziergang mitten in der City ist. Es ist die Siedlung selbst und ihre Bewohner, die mir ein Gefühl von Zuhause geben.

Sie erstreckt sich von zwei Seiten aus um eine riesige Wiese mit kleinen Hügeln, Spielecken, Tischen, Bänken und einem kleinen Flusssystem, an dem im Sommer besonders die Kinder der Siedlung ihren Spass haben. Es gibt viele Kinder in der Siedlung. Sie sind selten zu überhören, die grosse Wiese ist ihr zauberhaftes Reich. Sie spielen, bauen, raufen sich, immer sicher im Blickfeld ihrer Eltern und der Bewohner. Es ist ein herrlicher Platz für Kinder!

Da wir im Erdgeschoss wohnen, haben wir die Rolle der Schoggistängeli und Glacé Verteiler übernommen. Zuweilen eine effektive Methode um sich zwischenzeitlich etwas Ruhe zu verschaffen. Doch nicht nur im Sommer, auch dieser Tage hat die Bande ihren Spass. Schneit es, schleppen sie ihre bunten Schlitten und Bobs zu den Hügeln und feiern Schnee – Feste.

Einer dieser kleinen Siedlungsbürger wohnt mit seiner Familie in der Wohnung über uns. Er ist vielleicht fünf, sechs Jahre alt und hat längst das ganze Haus mit seinem Charme („Bisch du en Räuber?“) und seinem kindlichen Geplauder für sich eingenommen. Im Sommer kommt er gerne im Garten vorbei und begutachtet mit ernstem Blick die Terrasse („Was isch das?“), oder erkundigt sich nach dem aktuellen Geschehen („Was machsch du?“).

Kommt er nach Hause, wissen alle Bescheid, denn er kündigt sich stets durch lauten Gesang an. Textmässig ist er äusserst flexibel. Meistens ist sein Lied eine Zusammenfassung dessen, was er gerade gemacht hat („…und denn bini aaaabegfaaaahre und dä Papi isch Schii-hiii *kurzverschluck* gfahre..“)

Nach einem langen spassigen Schneetag und ebenso langer Diskussion mit Mami oder Papi („Nei ich han KEI HUNGER!“), kommt er also verschwitzt mit roten Backen, seinen grünen Bob scheppernd hinter sich her ziehend ins Treppenhaus. Eine Hymne auf den Schnee anstimmend, knallt er den Schlitten in die Ecke und verschwindet auf direktem Weg in die Waschküche. Eine Minute später flitzt er in seiner Strumpfhose nach oben in die Wohnung.

Wie ich neulich einen Stapel Wäsche zur Waschküche bringe, finde ich seine gesamte Kleidung – klatschnass und schlammverspritzt auf dem Boden. Mit dabei auch eine winzige Bluejeans. Sie ist so anrührend klein, dass ich nachdenklich werde.

Die Jeans wird uns in die Wiege gelegt“, denke ich während ich das Mini Exemplar betrachte. Es ist schon verblüffend, dass es kaum ein Kleidungsstück gibt, welches wir in unserem Leben so oft tragen wie die Jeans. Die Jeans hält den Spielen und Raufereien der Kinder problemlos stand. Sie federt Stürze ab, bewahrt Kinderknie vor Aufschürfungen, und hat sogar den guten alten Skianzug für die Tage im Schnee abgelöst.

Mit einer Jeans sind die Kinder für jedes Abenteuer gewappnet. Und Abenteuer gibt es viele, hier in unserer mittelgrossen Siedlung am Stadtrand…

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