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Von Kühen, Jeans und den Bergen

„Ding, ding, ding, ding“, klimpert´s um meine Ohren. „Ich klinge wie eine Kuh.“, denke ich, und fasse mir kurz an meine grossen, schweren Kupfer Ohrringe, während ich zur Busstation laufe.

Ich klinge wie die Kuh oben auf dem Gotthard, dem heiligen, den wir vor ein paar Tagen erst überquert haben. Fast ganz oben, haben wir kurz angehalten, ein Päuschen eingelegt, wir und die Natur, ganz allein. Und die Kuh. Sie sass einige Meter von uns entfernt im Gras, kaute, klingelte und betrachtete uns mit kuhlem Blick.

Ich liebe Zürich sehr, aber rund alle 10 Jahre ruft mich der Berg, und ich mag wieder einmal die Natur sehen. Nicht um in ihr umherzuwandern, Gott behüte nein, einfach um sie zu sehen. Die unberührte Natur, fernab von Hafenkränen und Cobra-Trams.

Feierlich bewundern wir also das Panorama, die Berge, die Kuh, und ich will schon „Det äne am Bergli“ anstimmen, da ratterts und knatterts hinter dem Felsen, unten bei der Kurve.

In der nächsten Sekunde erscheinen eins, zwei, drei Militär Pick-Up´s, oder wie man sie auch nennen mag. Jeder von ihnen, hat ein mittelgrosses Schweizer Fähnchen hinten am Heck. Die Trucks sind offen, Cabriolets sozusagen, und offensichtlich sehr alt. Sie halten bei uns und der Kuh, am Seitenrand. Drei bärtige, stämmige Männer sind die Fahrer, allesamt in Hemdchen und Jeans gekleidet.

Sie halten einer hinter dem anderen, und blicken schweigsam geradeaus. Ich begutachte sie, während die drei eine Gruppe Autos passieren lassen, die sofort erleichtert aufs Gas drücken, und an ihnen vorbei zischen. Die Jeans der drei Urigen sind so blau wie der Himmel über uns.

Während ich so schaue und staune, hebt der Erste unvermittelt die Hand zum Gruss, ruft: „Tschou!“, und knattert los. Verdutzt winken wir ihnen hinterher, die Fähnchen in ihrem Rücken winken zurück, bis sie gemütlich ruckelnd, hinter der nächsten Kurve verschwinden.

Wir steigen wieder ins Auto ein, und fahren los, in Richtung Süden.

Fünf Tage sind seither vergangen, und nun sitze ich hier, in Zürich again, an der Bushaltestelle, und sinniere über die Bergwelt, die Urner, Schwyzer in ihren munzig kleinen Dörfchen, und über ihr Leben fern ab vom Schuss. Über ihre Verbindung mit der Natur, wie sie nachts die Kühe heimtreiben…oder machen sie das gar nicht auf der Alp..?

…Ich weiss es nicht, denn ich könnte nicht so leben, ich brauche doch meinen Hafenkran, die Stadt, das Leben, der Krach… Ich tippe an meinen Kupfer Ohrring, und lasse ihn nochmals klimpern. In der Stadt ist es doch ganz anders, als dort „oben“.

Der Bus kommt und ich steige ein. Die Vorliebe für Jeans jedoch, ist hier wie dort, wohl gleich stark ausgeprägt. Die gute alte Jeans ist überall, ob hier im weiss-blauen Zürich Bus, oder oben auf dem Berg, im ratternden Militär Oldtimer. Während der Bergler bestimmt die Robustheit und Strapazierfähigkeit der Jeans schätzt, liebt der Städter sie als modisches Basic. Und so ist mit der Jeans allen gedient. Von oben bis unten.

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