Lieblingsjeans

Die Nominierung meiner Lieblingsjeans ist ständig im Wandel und sehr stimmungsabhängig.

Da ist zum Beispiel die Skinny Jeans:
In der Umkleidekabine zwänge ich mich in die ultraenge Röhrenhose, die sich trotz Stretch, passender Grösse und tiefliegendem Bund nur schwer über meine Hüfte ziehen lässt.
Zuerst bin ich verunsichert, ob sie passt. Wie lange wird der Knopf halten? Hab ich etwa zugenommen???
Nach längerer Betrachtung finde ich sie jedoch ganz ok und meine Beine ziemlich skinny. Ihre Form scheint bereits Wirkung zu zeigen.
Ich entscheide mich mutig für ‚die Spindeldürre’ und begebe mich voller Vorfreude zur Kasse.

Zu Hause packe ich ungeduldig besagte Hose aus um sie sogleich anzuziehen. Als ich vor dem Spiegel posiere und auf den schlankmachenden Effekt warte, plagen mich die altbekannten Zweifel aus der Umkleidekabine. Entweder sind meine Beine nicht mehr skinny, die Hose plötzlich eine Nummer zu klein, oder das Spiegelbild verzerrt.

Fazit: Die Skinny Jeans trage ich nur, wenn ich mich positiv und voller Selbstvertrauen fühle.
Dann meist kombiniert mit hohen Absätzen und einem weiten Oberteil.

Finde ich meine Beine zu massig hole ich die Baggy Jeans aus dem Schrank.
Diese steht in totalem Kontrast zur Skinny. Ihre exakte Grösse ist sekundär da der tiefliegende Schritt dem Namen alle Ehre macht und die Stoff(un)mengen die Oberschenkel in alter Hip-Hop-Manier kaschieren.
Diese Hose mit dem passenden Oberteil zu kombinieren ist eine Herausforderung. Nicht zu weit und nicht zu lang darf es sein, damit der Hosenbund noch sichtbar ist. Meine Wahl fällt entweder auf ein Blouson oder ein enganliegendes, langärmliges Top.
Um den Look zu vervollständigen trage ich meist Bikerstiefel dazu.

Möchte ich lässig und doch bequem daherkommen also die ideale Wahl. (Natürlich kann es vorkommen, dass ich unterwegs in einem Schaufenster einen Blick auf mein Spiegelbild erhasche und mich skinny wünsche. Dann gilt: Ich wollte heute meine Ruhe haben und stehe zu meiner Wahl!)

Und dann ist da noch die reguläre gerade geschnittene Jeans, die ich unbedingt haben muss, die es jedoch am seltensten aus meinem Kleiderschrank ins aktive Leben schafft.

Obwohl ihr Schnitt suggeriert mit allem kombinier- und tragbar zu sein fehlt mir an ihr das gewisse Etwas, ihre Botschaft.
Weiss ich eines Morgens selbst nicht, wie ich mich genau fühle und was ich anziehen möchte, probiere ich die Reguläre. Da mich diese nur angähnt ohne was zu sagen, schmeisse ich sie auf den wachsenden Kleiderstapel auf meinem Fussboden.

Mir gefällt diese Hose an anderen Leuten viel besser als an mir selbst. Denn erst dann scheint ihre Existenz Sinn zu machen.

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